Scheitern
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Besondere Würdigung eines engagierten Lebenswerk
Am 3. März 2026 überreichte Ministerpräsident Michael Kretschmer stellvertretend für den Bundespräsidenten den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Dr. Hans-Joachim Jäger.
Die Stiftung Frauenkirche Dresden und die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. gratulieren ihm zu dieser hohen Ehrung sehr herzlich.
Dr. Jäger hat sich in außergewöhnlicher Weise um den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche und nach dessen Vollendung um ihre weitere Entwicklung verdient gemacht.
Bereits am 24. November 1989 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Bürgerinitiative für den Wiederaufbau unseres Gotteshauses. Dessen Ruine hatte seit 1945 eindrücklich als Mahnmal für Frieden und Versöhnung gewirkt.
Doch erst mit dem Wiederaufbau wurde aus dem steinernen Zeichen ein Raum, der mit Leben erfüllt werden kann – ein Ort, der Menschen eine geistliche und kulturelle Heimat gibt und jeder neuen Generation neu als Stätte des Friedens und der Versöhnung dient. Im Jahr 1990 war Dr. Jäger Mitunterzeichner des Appells »Ruf aus Dresden – 13. Februar 1990«, der den Wiederaufbau der Frauenkirche als europäisches Haus des Friedens forderte.
Dieser Aufruf wurde zum Ausgangspunkt eines in seiner Dimension einzigartigen Projekts, das als kraft volles Symbol der deutschen Einheit und der europäischen Verständigung weit über Dresden hinausstrahlte. Als Mitinitiator der Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e. V. – der heutigen Fördergesellschaft – übernahm Dr. Jäger fast 32 Jahre lang Verantwortung als Geschäftsführer.
Mit großem persönlichen Einsatz prägte er weit über seine dienstlichen Pflichten hinaus den Weg vom ersten Engagement bis zur vollendeten Kirche entscheidend mit. Gemeinsam mit zahlreichen Mitstreitern, an der Seite von Prof. Ludwig Güttler, warb er erfolgreich um Spenden aus aller Welt, gestaltete die Öffentlichkeitsarbeit, organisierte unzählige Veranstaltungen, hielt Vorträge und Führungen – während der Bauzeit ebenso wie in den Jahren danach.
Maßgeblich gestaltete er die Weihnachtliche Vesper vor der Frauenkirche, das Stille Gedenken am 13. Februar, das Jahrbuch »Die Dresdner Frauenkirche« (26 Bände 1995–2022) sowie die Vortragsreihe Donnerstagsforum. Besonders am Herzen liegt ihm die Versöhnung mit den früheren Kriegsgegnern nicht nur, aber vor allem in Großbritannien, den USA, Frankreich und Polen.
Die Aufzählung seiner Verdienste ist unvollständig. Alles hat bis heute dazu beigetragen, die Kirche als geistlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt Dresdens lebendig zu halten. Auch im Ruhestand bleibt Dr. Jäger der Frauenkirche eng verbunden. Stiftung und Fördergesellschaft schätzen seine Tatkraft, seine Erfahrung und seine fachliche Expertise sehr.
Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland würdigt ein engagiertes Lebenswerk, mit dem Dr. Hans-Joachim Jäger wie nur ganz wenige Menschen die Frauenkirche als lebendigen Ort des Glaubens, des Friedens und der Versöhnung nachhaltig geprägt hat.