Sieben Türen. Eine klare Haltung:
Die Würde des Menschen kennt keine Herkunft.
Aktuelles Statement der
Stiftung Frauenkirche Dresden
Die Frauenkirche hat sieben Türen. Sie führen aus unterschiedlichen Richtungen an einen gemeinsamen Ort. Sie laden ein zu Begegnung und Diskurs, sie öffnen Räume für verschiedene Erfahrungen und Perspektiven. Doch sie wehren auch Ausgrenzung und Hass.
Wenn Menschen nach Herkunft und Abstammung unterschieden werden sollen, wenn Zugehörigkeit ethnisch bestimmt und Abschottung zum politischen Ziel erhoben wird, widersprechen wir entschieden. Ein solches Verständnis von Gesellschaft ist mit dem, wofür die Frauenkirche Dresden steht, unvereinbar.
Die Frauenkirche ist kein neutraler Hintergrund. Wer sie ins Bild setzt, bekommt ihre Haltung dazu. Sie bleibt nicht stumm, sondern erzählt von der Überwindung von Grenzen und Gegensätzen. Menschen aus vielen Ländern haben ihren Wiederaufbau unterstützt. Aus ehemaligen Feinden wurden Freunde, aus Distanz wuchs Verbundenheit. Diese Erfahrung prägt das Selbstverständnis der Frauenkirche bis heute.
Frieden und Versöhnung sind diesem Ort eingeschrieben, Offenheit und Zuversicht ebenso. Daraus erwachsen klare Überzeugungen: Unterschiede dürfen nie das Gemeinsame verdrängen, Differenzen nicht zu Trennlinien werden. Und niemals kann Herkunft Maßstab für Zugehörigkeit sein.
Die Frauenkirche Dresden steht für eine Gesellschaft, die die Würde jedes Menschen achtet, Verantwortung füreinander übernimmt und das Verbindende stärkt. Dafür öffnen wir unsere Türen. Dafür erheben wir unsere Stimme. Heute und an jedem Tag.
Anlass dieser Stellungnahme ist eine für den 12. Oktober 2026 vor der Frauenkirche Dresden angekündigte Aktion einer europaweiten rechtsextremen Kampagne. Getragen von Akteuren der Identitären Bewegung, will sie durch Einwanderungsstopp, Ausreisedruck und Abschiebungen jene aus der Gesellschaft drängen, denen sie die Zugehörigkeit abspricht. Die Stiftung widerspricht dieser Ideologie ebenso entschieden wie dem Versuch, die Frauenkirche für deren öffentliche Inszenierung zu nutzen.