Jubiläum

Seit 20 Jahren anglikanische Gottesdienste in der Frauenkirche

Die anglikanischen Gottesdienste in englischer Sprache gehören fest zum geistlichen Leben der Frauenkirche. Monat für Monat bringen sie Menschen aus Dresden und aus aller Welt zu Gebet, Musik und Begegnung zusammen.

Wenn Reverend Ricky Yates am 21. Juni in die Kanzel der Frauenkirche tritt und die versammelte Gemeinde zum Abendgottesdienst begrüßt, geschieht dies in einer besonderen Tradition. Denn seit 2006 werden in der Frauenkirche regelmäßig Gottesdienste in englischer Sprache nach anglikanischer Liturgie gefeiert.

Ricky Yates koordiniert das Angebot seit 2016 und hält die meisten Gottesdienste selbst. Dafür reist der inzwischen 74-Jährige Brite jeweils aus Tschechien an, wo er seit vielen Jahren lebt. In der Frauenkirche schätzt er besonders die Mischung aus Vertrautheit und Offenheit: »Man weiß vorher nie so recht, wer diesmal da ist: Einige kommen aus Dresden und sind seit Jahren dabei, andere sind vom anderen Ende der Welt und erstmals in der Frauenkirche. Jede Gemeinde ist anders – und doch werden wir für diese Stunde zu einer Gemeinschaft«, so Yates.

Jede Gemeinde ist anders – und doch werden wir für diese Stunde zu einer Gemeinschaft


Reverend Ricky Yates

 

Ausdruck gelebter Ökumene

Seit 2006 wurden in der Frauenkirche rund 225 Anglican Evening Services gefeiert; üblicherweise im Hauptraum am dritten Sonntag des Monats. Und das Angebot entwickelt sich fort: Seit drei Jahren findet die anglikanische Liturgie auch einmal monatlich Eingang in die Reihe der Ökumenischen Abendgebete in der Unterkirche.

»Die englischsprachigen Angebote sind im Leben der Frauenkirche fest verankert. Sie verbinden Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache und kirchlicher Traditionen und machen die Frauenkirche als Ort der Begegnung, der Ökumene und der internationalen Verständigung erlebbar. Mit den anglikanischen Gottesdiensten pflegt die Frauenkirche zugleich ihre engen Verbindungen zur weltweiten anglikanischen Kirche als Mitte der christlichen Konfessionen«, erklären Maria Noth und Markus Engelhardt, die Geschäftsführenden der Stiftung Frauenkirche Dresden.

Im Jubiläumsgottesdienst, der am 21. Juni 2026 um 18 Uhr beginnt, predigt Reverend Ricky Yates. Neben Maria Noth übernimmt auch Daniel Clark eine Lesung. Er ist seit 2006 als Organist dabei und gestaltete viele der Anglikanischen Gottesdienste musikalisch.

Alle Interessierten – ob langjährig verbunden oder neu und neugierig – sind herzlich eingeladen.


TERMINHINWEIS

3. Sonntag nach Trinitatis, 21. Juni 2026, 18.00 Uhr
Anglikanischer Abendgottesdienst (Anglican Evening Prayer)
Reverend Ricky Yates Coordinator of English-language Anglican worship in Dresden
Maria Noth Stiftung Frauenkirche Dresden
Orgel Daniel Clark
Frauenkirche Dresden, Hauptraum

 

Hintergrundinformationen

Aufgrund der besonderen Beziehungen der Frauenkirche zur Kathedrale in Coventry sowie dem Friedens- und Versöhnungsthema war es den Verantwortlichen von Beginn an wichtig, ein anglikanisches Format an der Frauenkirche zu etablieren – auch wenn von den international ca. 80 Millionen anglikanischen Christ:innen nur einige Tausend in Deutschland leben.

Dass eine Kooperation zwischen evangelischen und anglikanischen Traditionen überhaupt möglich ist, beruht auf einer 1988 in Meißen getroffenen Vereinbarung. Danach können Geistliche beider Kirchen Aufgaben ihres eigenen Amtes auch in Partnerkirchen ausüben. Auf diese Weise begründete die Meißen-Erklärung eine Zusammenarbeit und Vernetzung, die bis heute trägt.